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Was kostet die Paraguay Residency wirklich? Amtliche Gebühren, Nebenkosten, DIY vs. Agentur
Aktualisiert am
Die Migrationsbehörde DNM verlangt für die temporäre Residency eine amtliche Gebühr von 2.926.925 Gs., umgerechnet rund 350 EUR. Zählst du alle Staatsgebühren bis zur Cédula zusammen, landest du bei etwa 400 EUR; im kompletten Selbstverfahren inklusive Übersetzungen und Nebenkosten bei grob 500 EUR, plus Flug und rund eine Woche Unterkunft in Asunción. Begleitete Pakete kosten im Markt dagegen zwischen unter 1.000 und über 5.000 USD pro Person, und genau diese Spanne stiftet die Verwirrung, die du wahrscheinlich gerade erlebst.
Der Grund für das Durcheinander: Kaum eine deutschsprachige Seite veröffentlicht die amtlichen Gebühren, und viele Blogs vermischen Staatsgebühren mit Dienstleisterhonoraren zu einer einzigen Zahl. Diese Seite trennt das sauber. Jede Gebühr steht hier in Guaraníes, so wie die Behörde sie veröffentlicht, mit grober Euro-Umrechnung und Primärquelle.
Du findest auf dieser Seite die komplette amtliche Gebührentabelle, eine ehrliche Liste der Nebenkosten, die volle Rechnung für das Selbstverfahren, die dokumentierte Preisspanne der Agenturen samt Lockpreis-Checkliste und einen Hinweis für Familien.
Welche Gebühren verlangt der Staat wirklich? Die amtliche Tabelle
Alle zentralen Beträge sind auf den Seiten der Migrationsbehörde DNM und der Nationalpolizei veröffentlicht. Sie fallen pro Person an. Hier die amtlichen Gebühren in Guaraníes mit grober Euro-Umrechnung (gerundet, Stand Juli 2026; der Guaraní-Kurs schwankt):
| Posten | Amtliche Gebühr | Umgerechnet ca. |
|---|---|---|
| Temporäre Residency (allgemeine Route) | 2.926.925 Gs. | 350 EUR |
| Permanente Residency (Kategoriewechsel ab Monat 21) | 2.926.925 Gs. | 350 EUR |
| Certificado de Radicación (je Stufe) | 234.154 Gs. | 30 EUR |
| Interpol-Zertifikat (seit 01.07.2026) | 117.077 Gs. | 14 EUR |
| Polizei-Führungszeugnis (mit Cédula, für die permanente Stufe) | 24.500 Gs. | 3 EUR |
| Cédula (Erstausstellung wie Erneuerung) | 8.500 Gs. | 1 EUR |
| Verspätungsstrafe (Nachfrist beim Kategoriewechsel) | 702.462 Gs. | 85 EUR |
| Prórroga (optionale Verlängerung des Touristenaufenthalts) | 557.510 Gs. | 65 EUR |
Amtliche Gebühr vs. Anbieterzahl
Wenn dir ein Blog oder Anbieter 5,5 bis 6 Millionen Gs. als „Gebühren“ für die Residency nennt, stecken darin bereits Dienstleisterhonorare. Die amtliche Gebühr der DNM beträgt 2.926.925 Gs., nicht mehr. Diese Vermischung ist der häufigste Trick, mit dem Komplettpreise kleiner oder Staatskosten größer gerechnet werden, je nachdem, was gerade verkauft werden soll.
Welche Nebenkosten kommen ehrlicherweise dazu?
Die Staatsgebühren sind nur ein Teil der Rechnung. Diese Posten kommen in jedem Fall dazu, egal ob du selbst beantragst oder ein Paket buchst:
- Dokumente aus dem Herkunftsland: Führungszeugnis bzw. Strafregisterbescheinigung, Geburtsurkunde und die Apostillen. Die reinen Behördengebühren liegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz je nach Zahl der Urkunden meist im Bereich von 50 bis 100 EUR.
- Übersetzungen: Alle fremdsprachigen Dokumente brauchen eine Übersetzung ins Spanische. Die Kosten hängen von der Zahl deiner Urkunden ab; sie entstehen in Paraguay.
- Zertifikat der Nationalpolizei für Ausländer ohne Cédula: nach Praxisberichten rund 63.000 Gs. (etwa 8 EUR), ausgestellt in etwa 24 Stunden.
- Die Reise: Flug nach Asunción plus etwa eine Woche Unterkunft. Die Antragstellung ist laut DNM ein persönliches Verfahren („trámite personal y presencial“), und das Interpol-Zertifikat gibt es nur vor Ort. Dieser Posten ist in vielen Fällen der größte der ganzen Rechnung und fällt bei DIY wie bei jeder Agentur an.
- Optional die Prórroga: Wer als Tourist länger als 90 Tage bleiben will, zahlt für die einmalige Verlängerung 557.510 Gs. (rund 65 EUR).
Was kostet das Selbstverfahren (DIY) wirklich?
Fair gerechnet: Für die temporäre Residency inklusive Cédula summieren sich die Gebühren in Paraguay auf knapp 3,35 Millionen Gs., also rund 400 EUR (Residency 2.926.925 + Radicación 234.154 + Interpol 117.077 + Polizeizertifikat ca. 63.000 + Cédula 8.500). Mit den Dokumenten- und Apostillengebühren aus dem Herkunftsland und den Übersetzungen landest du erfahrungsgemäß bei grob 500 EUR an reinen Gebühren und Nebenkosten, plus Reise.
Das Selbstverfahren ist legal, vorgesehen und funktioniert. Du brauchst dafür weder Anwalt noch Agentur: Es ist ein Verwaltungsverfahren, kein Gerichtsverfahren, und die Behörde behandelt Selbstantragsteller ganz normal. Ehrlich ist aber auch: Alle Behördengänge laufen auf Spanisch, und es sind mehrere Stationen in Asunción in der richtigen Reihenfolge: Interpol-Abteilung der Nationalpolizei, Zertifikat der Nationalpolizei, Übersetzer, dann die Einreichung bei der DNM. Die in Paraguay ausgestellten Zertifikate gelten nach Praxisberichten nur rund 3 Monate; abgelaufene Nachweise gehören zu den häufigsten Ablehnungsgründen am Schalter, dann beginnt der Lauf von vorn.
Wer Spanisch spricht, Zeit mitbringt und gern selbst organisiert, spart mit DIY im Vergleich zu jedem Paket vierstellig. Wer keine der drei Voraussetzungen erfüllt, bezahlt die Ersparnis mit Fehlversuchen, zusätzlichen Wegen und im schlechtesten Fall mit einer zweiten Reise.
Amtliche Frist vs. Praxis
Die Nationalpolizei nennt für die Erstausstellung der Cédula amtlich 60 Werktage. Praxisberichte aus 2026 nennen teils über 3 Monate. Auch die DNM-Bearbeitung der Residency schwankt. Kalkuliere Zeit als eigenen Kostenfaktor ein, egal welchen Weg du wählst: Die Behörde bestimmt das Tempo, kein Anbieter.
Was verlangen Agenturen und warum schwanken die Preise so stark?
Die dokumentierte Spanne im Markt reicht von unter 1.000 bis über 5.000 USD pro Person, oft für eine ähnlich klingende Kernleistung. In deutschsprachigen Foren wurden schon vor Jahren Preise zwischen 600 und 1.500 EUR diskutiert, während Ratgeberseiten zugleich Pakete um 5.000 EUR beschreiben. Beides existiert nebeneinander, und genau deshalb hilft der reine Preisvergleich ohne Leistungsvergleich nicht weiter.
Die Unterschiede stecken fast nie in der Staatsgebühr, die für alle gleich ist, sondern in dem, was drumherum passiert: Ist die Cédula enthalten oder nur die Residency-Karte? Sind die Behördengebühren von zusammen rund 400 EUR pro Person im Preis oder kommen sie „zzgl.“ dazu? Sind die Übersetzungen drin? Gibt es einen schriftlichen Vertrag mit einer prüfbaren Firma, eine erreichbare Ansprechperson und eine Begleitung zu den Terminen vor Ort, oder endet die Leistung mit einer Checkliste per E-Mail?
Ein niedriger Einstiegspreis kann also völlig seriös sein, wenn er ehrlich sagt, was nicht enthalten ist. Zum Problem wird er, wenn die fehlenden Posten erst nach der Anzahlung auftauchen.
Woran erkennst du Lockpreise und versteckte Kosten?
Diese Prüffragen entlarven die meisten Lockangebote in wenigen Minuten:
- Ist die Cédula ausdrücklich im Preis enthalten? Pakete, die nur die Residency-Karte abdecken und die paraguayische ID-Karte später teuer nachberechnen, sind das häufigste dokumentierte Ärgernis der Branche. Ohne Cédula kannst du in Paraguay praktisch nichts anfangen.
- Sind die Behördengebühren inklusive? „Ab 990 USD zzgl. Gebühren“ bedeutet real mindestens rund 400 EUR pro Person mehr.
- Sind Übersetzungen und Beglaubigungen drin oder ein eigener Posten, der erst vor Ort beziffert wird?
- Wird eine Residency „komplett ohne Reise“ versprochen? Das widerspricht der amtlichen Verfahrensbeschreibung der DNM, die persönliches Erscheinen verlangt.
- Wie wird bezahlt? Barzahlung oder 100 Prozent Vorkasse ohne prüfbare Firma und ohne Rechnung sind die klassischen Warnsignale dieses Markts.
- Sind die Zeitangaben ehrlich? Wer feste Behördenfristen garantiert, garantiert etwas, das er nicht kontrolliert.
Amtliches Verfahren vs. Verkaufsversprechen
Die DNM beschreibt das Verfahren amtlich als persönlich und präsent, die Cédula darf laut Nationalpolizei nur vom Inhaber selbst abgeholt werden, und die Bearbeitungszeiten legt die Behörde fest. Jedes Angebot, das einen dieser drei Punkte wegverspricht, verspricht etwas, das nicht dem Anbieter gehört.
DIY oder Agentur: die faire Vergleichsrechnung
Die ehrliche Gegenüberstellung sieht so aus: Im Selbstverfahren zahlst du grob 500 EUR an Gebühren und Nebenkosten plus Reise und investierst dafür Spanischkenntnisse, Vorbereitung und mehrere Behördengänge in Asunción, mit dem Risiko, Fehler selbst auszubaden. Ein begleitetes Paket kostet je nach Anbieter das Zwei- bis Zehnfache und nimmt dir im Gegenzug Vorbereitung, Reihenfolge, Sprache und Behördenwege ab; die Reise selbst bleibt in beiden Fällen Pflicht.
Zur Einordnung, weil diese Seite sonst unvollständig wäre: Unsere Pakete kosten 1.890 bis 2.690 EUR pro Person als Endpreis, inklusive aller Behördengebühren, Übersetzungen und der Cédula, mit 30 Prozent Anzahlung bei Buchung; den Rest zahlst du wahlweise vorab oder beim Residency-Termin vor Ort in Paraguay. Alle Leistungen und die Zahlungsdetails stehen auf der Preisseite; dieser Artikel soll dir vor allem ermöglichen, jedes Angebot zu prüfen, auch unseres.
Die nüchterne Entscheidungsregel: Rechne bei jedem Angebot den echten Endpreis aus (Paketpreis plus alles, was „extra“ ist) und vergleiche ihn mit den rund 500 EUR des Selbstverfahrens. Die Differenz ist der Preis für Planbarkeit, Sprache und Begleitung. Ob er dir das wert ist, hängt von deinem Spanisch, deiner Zeit und deiner Fehlertoleranz ab.
Wie skalieren die Kosten für Familien?
Die Staatsgebühren fallen pro Person an, auch für Kinder: Jede Person im Antrag zahlt die Residency-Gebühr von 2.926.925 Gs. und die Radicación von 234.154 Gs. Eine vierköpfige Familie liegt damit allein bei den DNM-Gebühren der temporären Stufe bei rund 12,6 Millionen Gs., also grob 1.500 EUR.
Zwei Punkte entlasten Familien: Kinder unter 14 brauchen weder Führungszeugnis noch Interpol- oder Polizeizertifikat, was Gebühren, Apostillen und Übersetzungen spart. Und Minderjährige sind von jedem Solvenznachweis befreit; die finanzielle Verantwortung übernimmt der gesetzliche Vertreter. Dafür gilt die Anwesenheitspflicht für alle: Das Verfahren ist für jede Person persönlich, die ganze Familie reist also gemeinsam, üblicherweise in einer einzigen Woche in Asunción.
Für die Reisekosten heißt das ehrlicherweise: Flüge und Unterkunft vervielfachen sich mit der Personenzahl und werden bei Familien schnell zum größten Einzelposten, noch vor allen Gebühren zusammen.
Bereit für den nächsten Schritt?
Du kannst dein Paket direkt online buchen: Endpreis, 30% Anzahlung, Dokumenten-Fahrplan inklusive. Wer erst Gewissheit will, bucht das optionale Beratungsgespräch (45 Minuten, 300 EUR) mit schriftlichem Fahrplan und Prozess-PDF.
Häufige Fragen dazu
Wie viel Geld braucht man, um nach Paraguay auszuwandern?
Für die Residency selbst: rund 400 EUR amtliche Gebühren bis zur Cédula, im Selbstverfahren mit Übersetzungen und Nebenkosten grob 500 EUR, plus Flug und etwa eine Woche Unterkunft in Asunción. Begleitete Pakete liegen im Markt zwischen unter 1.000 und über 5.000 USD pro Person. Umzug und Lebenshaltungskosten kommen getrennt dazu und hängen stark vom Lebensstil ab.
Welche zusätzlichen Kosten sollte ich bei der Einwanderung einplanen?
Neben den Staatsgebühren: Führungszeugnis, Geburtsurkunde und Apostillen im Herkunftsland (meist 50 bis 100 EUR reine Gebühren), die Übersetzungen aller Dokumente ins Spanische in Paraguay, das Interpol-Zertifikat (117.077 Gs.) und das Polizeizertifikat vor Ort sowie die Reise mit rund einer Woche Unterkunft. Wer als Tourist über 90 Tage bleibt, zahlt zusätzlich 557.510 Gs. für die Verlängerung (Prórroga).
Was kostet die Einwanderungshilfe bzw. der Residency-Service?
Die dokumentierte Spanne reicht von unter 1.000 bis über 5.000 USD pro Person. Entscheidend ist nicht der Einstiegspreis, sondern der Endpreis: Prüfe, ob Cédula, Behördengebühren (rund 400 EUR pro Person) und Übersetzungen enthalten sind oder extra berechnet werden. Erst dann sind zwei Angebote vergleichbar.
Welche Paraguay Einwanderungshilfe ist seriös?
Seriosität ist prüfbar: eine nachschlagbare Firma, Endpreis statt „zzgl. Gebühren“, Cédula ausdrücklich inklusive, Zahlung per Rechnung statt bar oder in voller Vorkasse und ehrliche Zeitangaben statt garantierter Behördenfristen. Vorsicht bei jedem, der eine Residency komplett ohne Reise verspricht: Das widerspricht der amtlichen Verfahrensbeschreibung der Migrationsbehörde.
Stimmt das mit den 5000 US$ immer noch, die man benötigt, um in Paraguay ein permanentes Visum zu bekommen?
Nein. Der alte Weg zur direkten permanenten Residency per Bankeinlage wurde mit dem Migrationsgesetz Ley 6984/2022 abgeschafft und ist auch kein Kostenposten mehr. Heute zahlst du stattdessen die amtliche Gebühr von 2.926.925 Gs. für die temporäre Residency und später noch einmal denselben Betrag für den Wechsel in die permanente. Wer dir die Einzahlungs-Route verkauft, arbeitet mit veralteten Informationen.
Quellen
- DNM: Residencia Temporal (amtliche Gebühren und Anforderungen)
- DNM: Kategoriewechsel zur permanenten Residency (Gebühren und Fristen)
- DNM: Prórroga de Permanencia (Gebühr der Aufenthaltsverlängerung)
- Policía Nacional: Cédula-Erstausstellung für Ausländer (Gebühr und Fristen)
- Policía Nacional: Certificado de Antecedentes Policiales
- ABC Color: Neue Interpol-Zertifikat-Gebühr ab Juli 2026
Änderungsprotokoll
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