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Krypto und Paraguay 2026: Steuern, die neue Meldepflicht (RG 47/2026) und die Realität

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Kurz und ehrlich: Echte ausländische, private und passive Krypto-Kursgewinne, die nie ein paraguayisches Bankkonto, eine lokale Börse oder einen ansässigen Käufer berühren, sind unter dem Territorialprinzip grundsätzlich mit 0% belastet. Aber dieses „0%“ ist enger, als es die Werbung erzählt. Sobald deine Aktivität wie ein Gewerbe aussieht (Daytrading, Mining, ein Handelsbetrieb) oder eine lokale Quelle berührt, kann der Gewinn als paraguayische Einkunft eingestuft und besteuert werden: rund 8% als Kapitalertrag, bis zu 10% wenn er als gewerblich gilt.

Neu und wichtig, weil viele Blogs es falsch darstellen: Die Steuerbehörde DNIT hat mit der Resolución General N.° 47/2026, veröffentlicht am 11. März 2026 auf dnit.gov.py, eine Meldepflicht für Krypto-Transaktionen von Ansässigen und Plattformen eingeführt, berichtet ab einer Schwelle von 5.000 USD im Jahr. Das ist ausdrücklich eine Meldepflicht, keine neue Steuer. Die DNIT selbst schreibt, es würden keine neuen Steuern eingeführt. Melden und Besteuern sind zwei verschiedene Dinge, und genau diese Trennung entscheidet, ob du in Paraguay ruhig schlafen kannst.

Dieser Artikel trennt sauber, was amtlich bestätigt ist und was nur berichtet wird. Du findest hier die Steuermechanik unter dem Territorialprinzip, das Reklassifizierungsrisiko auf lokalen Rails, die Details der Meldepflicht RG 47/2026, den CARF- und CRS-Status Paraguays, die Realität des Offramps von USDT zu Guaraní und ein ehrliches Risiko-Framing. Steuerberatung ist das ausdrücklich nicht: Bei relevanten Beständen gehört die Struktur in die Hände einer paraguayischen Steuerberatung.

Wie werden Krypto-Gewinne unter dem Territorialprinzip besteuert?

Paraguay besteuert nach dem Territorialprinzip: erfasst wird grundsätzlich nur Einkommen aus paraguayischer Quelle, also aus Tätigkeiten im Land, aus im Land eingesetztem Kapital und aus in Paraguay erbrachten persönlichen Leistungen. Das ist amtlich über die Einkommensteuer IRP abgebildet. Der Satz auf Kapitalerträge (Kapitaleinkommen) liegt bei pauschal 8%. Für persönliche Dienstleistungseinkünfte ist der IRP-Tarif gestaffelt: 8% bis 50 Mio. Gs., 9% von gut 50 bis 150 Mio. Gs. und 10% ab rund 150 Mio. Gs.

Auf Krypto übertragen bedeutet das (und hier wird es zum Erfahrungswert, nicht zur amtlichen Zusage): Gewinne aus dem Handel auf ausländischen Börsen, ohne lokale Bankverbindung und ohne ansässige Gegenpartei, werden in der Praxis als ausländische Quelle behandelt und bleiben unter dem Territorialprinzip unbesteuert. Kanzlei-Einordnungen formulieren es so: Wenn deine Operationen auf ausländischen Börsen stattfinden und keine paraguayischen Banken oder Kunden berühren, fehle der Steuerbehörde die klare Rechtsgrundlage, Steuern zu verlangen.

Der entscheidende Bruch ist der Moment, in dem eine Transaktion „eine Spur in Paraguay hinterlässt“: eine Überweisung auf ein paraguayisches Bankkonto, ein Verkauf an eine ansässige Person, die Nutzung eines nationalen Brokers. Dann kann die Behörde den Gewinn als paraguayische Quelle behandeln und besteuern, rund 8% als Kapitalertrag oder bis zu 10%, wenn die Tätigkeit als gewerblich gilt. Das Steuergesetz Ley 6380/2019 erlaubt der Behörde zudem, einen unerklärten Vermögenszuwachs als steuerpflichtiges Einkommen zu vermuten. Wichtig ist auch: Wer mit Krypto bezahlt, löst nach dieser Logik zwei steuerlich relevante Vorgänge aus (erst die Veräußerung der Coins, dann der Kauf), was eine lokale Steuerpflicht beschleunigen kann.

Amtlich vs. Erfahrungswert

Amtlich verifiziert sind die Sätze: 8% Kapitalertrag, 8 bis 10% gestaffelte IRP, Territorialprinzip nach Ley 6380/2019. Die konkrete Zuordnung „Auslandsbörse ohne lokale Spur = 0%“ ist eine gefestigte Kanzlei- und Praxis-Einordnung, keine ausdrückliche amtliche Krypto-Regel. Genau deshalb hängt das Ergebnis an den Fakten deines Einzelfalls, und genau deshalb gehört es vor jeder Struktur in fachliche Prüfung.

Was bringt die neue Meldepflicht (Resolución General 47/2026)?

Das ist der amtlich am besten belegte Teil dieses Artikels. Die Resolución General DNIT N.° 47/2026 wurde am 11. März 2026 auf dem offiziellen Portal dnit.gov.py veröffentlicht (unterzeichnet vom DNIT-Direktor, Unterschriftsdatum berichtet als 10. März 2026). Die amtliche Seite trägt den Titel „La DNIT establece obligación de informar las transacciones con criptoactivos“. Sie schafft eine Informations-Meldepflicht, ausdrücklich keine neue Steuer: Die DNIT schreibt selbst, es würden keine neuen Steuern eingeführt, Ziel sei mehr Steuertransparenz und -kontrolle. Die korrekte Zitierform ist „Resolución General DNIT N.° 47/2026“; manche Blogs kürzen das zu „RG 47/26“, gemeint ist dasselbe Instrument.

Wer meldet, und ab wann? Berichtet wird eine Schwelle von 5.000 USD Krypto-Aktivität im Jahr: Ansässige Privatpersonen und inländische Einheiten, deren jährliche Krypto-Aktivität (einzeln oder in Summe) diese Grenze überschreitet, müssen melden. Plattform-Betreiber, die Krypto-Transaktionen innerhalb Paraguays abwickeln, melden unabhängig von der Größe. Die Meldung erfolgt amtlich als jährliche „Declaración Jurada Informativa de Criptoactivos“ über das System Marangatú, mit Angaben wie Transaktionstyp, Datum und Uhrzeit, Menge, eindeutigem Identifikator (Hash), Ursprungs- und Zieladresse sowie Wallet-Typ.

Zeitlich gilt die Pflicht für das Steuerjahr 2026 und danach; die erste Meldung ist im dritten Monat nach Ende des Steuerjahrs fällig, bei einem Jahresende am 31. Dezember also im März 2027. Sie ist nicht rückwirkend. Berichtet (nicht amtlich im gleichen Detail bestätigt) wird ein weiter Anwendungsbereich, der auch ausländische Plattformen und DeFi für ansässige Meldepflichtige erfasst und Kauf, Verkauf, Krypto-zu-Krypto-Tausch, Mining, Staking, Yield Farming, Airdrops, Lending-Erträge, Krypto-Zahlungen und Wallet-zu-Wallet-Transfers abdeckt. Berichtet wird zudem eine feste Strafe von 1.000.000 Gs. (rund 130 USD) je fehlender oder verspäteter Meldung, dazu die allgemeinen Sanktionen nach Ley 6380/2019.

Meldung ist keine Steuer

Amtlich verifiziert: Die RG 47/2026 änderte den Steuersatz auf Auslandsgewinne nicht. Ausländische, passive Gewinne bleiben bei 0%, die Meldepflicht besteht trotzdem, sobald du über der Schwelle liegst. Die DNIT signalisierte ausdrücklich, dass spätere Phasen sich mit der Besteuerung befassen könnten. Der Kurs lautet also „erst melden, später eventuell besteuern“. Wechselkurs-Hinweis: Die 5.000-USD-Schwelle ist in US-Dollar berichtet; rechne bei der Beurteilung deiner Jahresaktivität mit dem tatsächlichen Kurs, der Guaraní schwankt.

Was bedeuten CARF und CRS für dich, und was nicht?

Zwei Abkürzungen sorgen bei Auswanderern für die meisten Missverständnisse. CARF ist das OECD-Rahmenwerk zum automatischen Austausch von Krypto-Daten zwischen Staaten, CRS das ältere Pendant für klassische Finanzkonten. Amtlich verifiziert: Paraguay hat CARF vorerst nicht übernommen. Verpflichtet haben sich unter anderem die EU-27 (über die Richtlinie DAC8), das Vereinigte Königreich, Kanada, Südkorea und Japan mit ersten Meldungen 2027, eine zweite Welle (Schweiz, Singapur, VAE, Hongkong, Türkei) zielt auf 2028, die USA auf 2029. Paraguay steht auf keiner dieser Listen und wird (berichtet) unter den Ländern geführt, die als CARF-relevant gelten, sich aber noch nicht verpflichtet haben.

Beim CRS ist das Bild ähnlich: Paraguay nimmt am automatischen CRS-Austausch derzeit nicht teil und tauscht Informationen nur auf Ersuchen aus, im Rahmen des MAAC-Abkommens (in Paraguay seit dem 1. Januar 2022 in Kraft), nicht automatisch. Berichtet wird, dass Paraguay den Start automatischer CRS-Meldungen für den Zyklus 2026/2027 vorgesehen hat. Das deckt sich mit dem, was wir an anderer Stelle offen sagen: Paraguay ist bis 2027 non-CRS, plant den automatischen Austausch aber danach.

Was heißt das praktisch für dich? Die RG 47/2026 baut eine inländische Datenerhebung auf: Die DNIT sammelt oberhalb von 5.000 USD Wallet-Daten innerhalb Paraguays. Diese Daten bleiben aber, verifiziert nach mehreren Quellen, vorerst im Land, weil Paraguay non-CRS und non-CARF ist und die Behörde sie nicht automatisch an ausländische Finanzverwaltungen weiterleitet. Das ändert sich, sobald der CRS-Austausch startet (Ziel 2027) und falls Paraguay später CARF beitritt. Und ganz unabhängig davon: Die Meldepflicht besteht auch dann, wenn der zugrunde liegende Gewinn steuerfrei ist.

KriteriumParaguay 2026Vergleichsmaßstab EU-Standard (CARF/DAC8)
SteuersystemTerritorial: grundsätzlich nur inländische Quelle steuerbar (Ley 6380/2019)Welteinkommen-Prinzip: Wohnsitz-Ansässige grundsätzlich weltweit steuerpflichtig
0% auf AuslandseinkommenJa für echt ausländische, passive, nicht-gewerbliche Krypto-Gewinne (Praxis-Einordnung)Nein: Krypto-Kursgewinne von Ansässigen sind je nach Land regelmäßig steuerpflichtig
Krypto-Kapitalertrag lokal8% (bis 10% wenn gewerblich) auf paraguayische QuelleLänderabhängig, von 0% (Haltefristmodelle) bis zu progressiven Sätzen
Meldepflicht KryptoJa, ab 5.000 USD/Jahr über Marangatú (RG 47/2026), erste Abgabe März 2027Ja, Plattform-Meldung über CARF/DAC8, erste Berichte 2027
CRS-StatusNon-CRS, Austausch nur auf Ersuchen (MAAC); CRS-Start für 2027 vorgesehenVoller automatischer CRS-Austausch seit Jahren aktiv
CARF-StatusNicht übernommen (Stand 2026)Verpflichtet, erste automatische Krypto-Meldungen 2027
Datenweitergabe ins AuslandVorerst nicht automatisch: DNIT-Daten bleiben zunächst im LandAutomatisch an teilnehmende Staaten

Wo Paraguay stark ist, und wo Vergleichsstandorte punkten

Ehrlich eingeordnet hat Paraguay für Krypto-Halter klare Stärken: Das Territorialprinzip lässt echt ausländische, passive Gewinne grundsätzlich bei 0%, der Standort ist im Vergleich günstig, und bis zum CRS-Start 2027 fließen Daten nicht automatisch ins Ausland. Dazu kommt ein realer Staatsbürgerschaftspfad nach einigen Jahren. Für viele ist das eine attraktive Kombination aus niedriger Belastung und Planbarkeit.

Genauso ehrlich sind die Grenzen und die Punkte, an denen andere Standorte besser aussehen. Manche Länder mit Territorial- oder Sonderregimes rechnen und banken in einer harten Währung und bieten damit weniger Wechselkurs-Reibung als der schwankende Guaraní. Andere locken mit sehr niedrigen Pauschalsätzen oder mit ausgereiftem Krypto-Banking und internationalem Prestige. Wieder andere bieten EU-Marktzugang. Paraguays eigene Schwächen sind nüchtern: Es liegt weiter weg, die Verwaltung und der Alltag laufen auf Spanisch, und Infrastruktur wie Banking sind weniger ausgereift. Und die praktische Krypto-Realität unten zeigt, dass „günstig und ruhig“ nicht „bequem“ heißt.

Für eine belastbare Standortwahl brauchst du je Vergleichsland die harten, aktuellen Zahlen aus einer eigenen Recherche. Dieser Artikel bleibt bewusst bei Paraguay plus dem allgemeinen internationalen Rahmen (CARF/CRS), statt Vergleichssätze ungeprüft zu behaupten.

Die Praxis: Wie kommst du von USDT zu Guaraní?

Hier trifft die Steuertheorie auf den Alltag, und der ist unbequemer, als viele erwarten. Amtlich verifiziert: Krypto ist in Paraguay kein gesetzliches Zahlungsmittel und innerhalb des Finanzsystems nicht reguliert. Die Zentralbank BCP stellt klar, dass Kryptowährungen nicht von einer Zentralbank ausgegeben werden, kein gesetzliches Zahlungsmittel sind und keine schuldbefreiende Wirkung haben; einziges gültiges Zahlungsmittel ist der Guaraní. Virtuelle Währungen werden nicht kontrolliert, beaufsichtigt oder reguliert. Auch 2025/2026 halten BCP und die Wertpapieraufsicht daran fest, dass Krypto-Assets für die Nutzung im nationalen Finanzsystem nicht zugelassen oder registriert sind.

Für dich heißt das konkret: Die großen Börsen bieten keine direkte PYG-Auszahlung an. Der Standard-Offramp ist deshalb P2P. Du verkaufst USDT (oder BTC) gegen Guaraní über einen Peer-to-Peer-Marktplatz und erhältst eine lokale Banküberweisung, in der Praxis über paraguayische Banken wie Banco GNB Paraguay, Banco Continental oder Banco Itaú Paraguay. Das funktioniert, ist im Alltag aber ein manueller, gegenparteibasierter Vorgang, kein Knopfdruck.

Und genau hier schließt sich der Kreis zum Steuerteil: Jeder P2P-Verkauf, der Guaraní auf ein paraguayisches Bankkonto bringt, ist exakt die Art lokaler Spur, die (erstens) die Reklassifizierung als paraguayische Quelle aus dem ersten Abschnitt auslösen kann und (zweitens) auf die 5.000-USD-Meldeschwelle aus dem zweiten Abschnitt einzahlt. Der bequemste Offramp ist damit zugleich der, der am ehesten aus dem „0%“-Bereich herausführt. Wer größere Beträge lokal umsetzt, sollte das nicht nebenbei entscheiden.

Stand und Volatilität

Die konkreten Banken und P2P-Konditionen sind Erfahrungswerte und ändern sich laufend; die Nicht-Regulierung im Finanzsystem ist dagegen amtlich (BCP). Verlasse dich nicht auf eine einzelne Anbieter-Momentaufnahme, und behandle jede pauschale „so geht der Offramp“-Anleitung aus dem Netz als potenziell veraltet.

Kurz zum Mining: lokale Tätigkeit, nicht 0%

Mining ist in Paraguay ein Sonderfall, den man nicht mit den passiven Kursgewinnen verwechseln darf. Der Reiz ist der günstige Strom: Das Netz ist praktisch zu 100% Wasserkraft, vor allem aus Itaipú (Gesamtleistung 14.000 MW, Paraguays 50%-Anteil = 7.000 MW, das deckt rund 86% des nationalen Bedarfs), dazu Yacyretá und Acaray. Berichtet wird allerdings, dass die Miner-Strompreise gestiegen sind, von rund 0,03 USD/kWh (2021/2022) Richtung etwa 0,06 USD/kWh, unter anderem nach der Itaipú-Tarifverhandlung mit Brasilien 2024.

Steuerlich und rechtlich ist Mining seinem Wesen nach eine gewerbliche, lokale Tätigkeit und profitiert deshalb nicht von der „ausländische-Quelle-0%“-Logik: Es ist ein Betrieb im Land, wird als solcher besteuert und ist energiepolitisch reguliert (Miner-Tarife nach Decreto N.° 7824/22; ein umfassendes Krypto-Asset-Gesetz gibt es nicht). Berichtet werden zudem hohe Kautionen (grob drei Monate Energiekosten im Voraus), eine Registrierungspflicht für Miner und harte Sanktionen gegen illegales Mining inklusive Stromdiebstahl. Für die meisten Auswanderer ist Mining damit kein „Steuertrick“, sondern ein energieintensives Unternehmen mit eigener Rechtslage.

Ehrliches Risiko-Framing: Für wen gilt das „0%“ wirklich?

Fassen wir das Wichtige ohne Beschönigung zusammen. „0% auf Krypto“ ist nur für genuin ausländische, passive, nicht-gewerbliche Gewinne korrekt, die nie paraguayische Banken, Broker oder ansässige Gegenparteien berühren. Daytrading, Mining, der Betrieb einer Krypto-Dienstleistung oder jedes Muster, das nach Gewerbe oder lokaler Quelle aussieht, ist steuerbar: rund 8% Kapitalertrag, bis zu 10% wenn gewerblich.

Zwei Dinge stehen unabhängig davon fest. Erstens: Die Meldepflicht nach RG 47/2026 ist ab 5.000 USD im Jahr verpflichtend, auch wenn der Gewinn mit 0% besteuert ist. Melden und Besteuern sind getrennte Pflichten, und die eine entfällt nicht, weil die andere null ergibt. Zweitens: Die Richtung ist „erst melden, später eventuell besteuern“; die DNIT hat spätere Phasen zu Sätzen ausdrücklich angedeutet. Wer heute auf Basis von „Paraguay ist steuerfrei für Krypto“ plant, plant auf einer Momentaufnahme.

Deshalb der klare Rat, und hier endet unser Beitrag als Orientierung: Bei relevanten Beständen oder aktivem Handel gehört das vor eine paraguayische Steuerberatung (contador oder asesor fiscal), weil das Ergebnis an der faktenabhängigen Quellen-Einordnung deines konkreten Falls hängt. Das ist keine Steuer- oder Rechtsberatung, sondern allgemeine Information. Für individuelle Fragen ziehst du spezialisierte Beratung hinzu, sowohl in Paraguay als auch, falls du aus Deutschland oder Österreich wegziehst, für die dortige Wegzugs-Seite der Rechnung.

Der eine Satz zum Mitnehmen

Passiv und aus dem Ausland gehalten, ohne lokale Spur, grundsätzlich 0%, aber ab 5.000 USD/Jahr meldepflichtig. Lokal umgesetzt oder gewerblich betrieben, steuerbar mit rund 8 bis 10%. Der Unterschied liegt nicht in der Coin, sondern darin, wo und wie du sie bewegst.

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Häufige Fragen dazu

Ist Krypto in Paraguay wirklich steuerfrei?

Nur teilweise, und die Grenze ist entscheidend. Echte ausländische, private und passive Kursgewinne, die keine paraguayische Bank, Börse oder ansässige Gegenpartei berühren, sind unter dem Territorialprinzip grundsätzlich mit 0% belastet. Sobald du lokal umsetzt (etwa USDT über eine paraguayische Banküberweisung verkaufst) oder wie ein Gewerbe handelst, kann der Gewinn als paraguayische Quelle eingestuft und besteuert werden: rund 8% Kapitalertrag, bis zu 10% wenn gewerblich. „Steuerfrei“ pauschal zu sagen, ist also zu kurz.

Was ist die Resolución General 47/2026 und muss ich jetzt Steuern zahlen?

Die RG 47/2026 ist eine Meldepflicht, keine neue Steuer. Die DNIT hat sie am 11. März 2026 auf dnit.gov.py veröffentlicht und schreibt selbst, dass keine neuen Steuern eingeführt werden. Ansässige und Plattformen müssen Krypto-Transaktionen melden, berichtet ab 5.000 USD Jahresaktivität, über das System Marangatú. Die erste Meldung ist für das Steuerjahr 2026 im dritten Monat nach Jahresende fällig, bei Kalenderjahr also im März 2027. Ob und wie viel Steuer anfällt, richtet sich weiter nach dem Territorialprinzip, nicht nach dieser Meldepflicht.

Tauscht Paraguay meine Krypto-Daten mit meinem Heimatland aus (CRS/CARF)?

Derzeit nicht automatisch. Paraguay hat CARF (den OECD-Standard für automatischen Krypto-Datenaustausch) bis 2026 nicht übernommen und nimmt am automatischen CRS-Austausch noch nicht teil; Informationen fließen nur auf Ersuchen. Die neuen DNIT-Meldedaten bleiben nach mehreren Quellen vorerst im Land. Das ändert sich voraussichtlich mit dem geplanten CRS-Start (Ziel 2027) und falls Paraguay später CARF beitritt. Plane also so, dass dein Setup auch nach dem Start des Austauschs sauber trägt.

Wie hebe ich in Paraguay Krypto in Guaraní ab?

In der Praxis über P2P. Die großen Börsen bieten keine direkte Guaraní-Auszahlung an, und Krypto ist im paraguayischen Finanzsystem nicht reguliert (Zentralbank BCP). Der Standard ist deshalb: USDT oder BTC über einen Peer-to-Peer-Marktplatz gegen Guaraní verkaufen und eine lokale Banküberweisung erhalten (berichtet über Banken wie Banco GNB Paraguay, Banco Continental oder Banco Itaú Paraguay). Beachte: Genau diese lokale Banküberweisung ist die Spur, die eine Besteuerung als paraguayische Quelle auslösen und auf die 5.000-USD-Meldeschwelle einzahlen kann.

Lohnt sich Paraguay für Krypto oder ist ein anderes Land besser?

Das hängt von deinem Profil ab, und eine ehrliche Antwort nennt beide Seiten. Für Paraguay sprechen das Territorialprinzip (0% auf echt ausländische, passive Gewinne), die niedrigen Kosten, der noch fehlende automatische Datenaustausch bis 2027 und ein Staatsbürgerschaftspfad. Dagegen sprechen: Es liegt weit weg, Verwaltung und Alltag laufen auf Spanisch, Infrastruktur und Banking sind weniger ausgereift, und der bequeme P2P-Offramp führt schnell aus dem 0%-Bereich heraus. Andere Standorte punkten mit harter Währung, sehr niedrigen Pauschalsätzen, reiferem Krypto-Banking oder EU-Zugang. Für eine belastbare Entscheidung brauchst du je Vergleichsland die aktuellen Zahlen aus einer eigenen Prüfung.

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