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Paraguay oder Georgien? Der ehrliche Vergleich für 2026
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Kurz gesagt: Georgien ist für viele Freelancer die stärkere Wahl, wenn es nur um niedrige Steuern auf laufendes Einkommen geht. Wer als Einzelunternehmer den Small-Business-Status hat, zahlt 1% Umsatzsteuer bis zu einem Jahresumsatz von 500.000 GEL (rund 180.000 USD), und Bürger aus über 90 Ländern dürfen bis zu 365 Tage visafrei bleiben, ohne einen einzigen Antrag zu stellen. Paraguay hat keinen solchen 1%-Satz und liegt weit weg. Dafür bietet Paraguay etwas, das Georgien so nicht bietet: einen klaren Weg von der temporären zur permanenten Residency in rund zwei Jahren, danach eine 10-Jahres-Karte, einen echten Staatsbürgerschaftspfad und einen non-CRS-Status noch bis 2027.
Genau hier liegt der entscheidende Unterschied für viele: Georgien tauscht seit September 2024 automatisch Kontodaten aus (CRS), Paraguay startet damit erst 2027. Wer eine ruhige Phase ohne automatischen Informationsaustausch sucht, findet sie in Paraguay noch, in Georgien nicht mehr. Umgekehrt ist Georgiens Banking mit Bank of Georgia und TBC (beide an der Londoner Börse notiert, westlich mitfinanziert) für Ausländer deutlich offener und näher an Westeuropa.
Dieser Artikel stellt beide Länder ehrlich gegenüber: Steuersystem, Mindestpräsenz, CRS-Status, Weg zur Permanenz und Staatsbürgerschaft, Kosten und Banking. Wir sagen klar, wo Georgien besser ist und wo Paraguay. Am Ende findest du eine direkte Vergleichstabelle und eine ehrliche Entscheidungshilfe. Das ist allgemeine Orientierung, keine Steuer- oder Rechtsberatung; für deine konkrete Situation gehört eine spezialisierte Beratung dazu.
Georgiens Steuer-Magnet: die 1%-Regel für Einzelunternehmer
Der berühmteste Grund, warum Freelancer nach Georgien gehen, ist der Small-Business-Status. Registrierst du dich als Individual Entrepreneur (Einzelunternehmer) und bekommst diesen Status, zahlst du nur 1% Einkommensteuer auf deinen Umsatz, bis zu einer Grenze von 500.000 GEL pro Jahr (rund 180.000 USD). Darüber steigt der Satz auf 3%. Für die Registrierung braucht es weder georgische Staatsbürgerschaft noch Wohnsitz: Jeder Ausländer ab 18 mit Reisepass kann das beantragen, in Person oder per Vollmacht aus der Ferne.
Das ist ein echter Vorteil, den Paraguay in dieser Form nicht hat. Paraguay besteuert zwar Auslandseinkommen mit 0% (Territorialprinzip) und deckelt lokale Einkommen bei 10%, aber es gibt keinen vergleichbaren Werbe-Satz von 1% auf inländischen Umsatz. Für einen Freelancer, der aktiv Geld verdient und dieses Einkommen sauber versteuern will, ist die georgische 1%-Regel schwer zu schlagen.
Zwei ehrliche Einschränkungen gehören dazu. Erstens: Ab einem Umsatz von 100.000 GEL in zwölf rollierenden Monaten wird die Umsatzsteuer-Registrierung (VAT, 18%) verpflichtend. Zweitens, und wichtiger, das georgische 0% auf Auslandseinkommen ist enger, als es klingt.
Kleingedrucktes zum 1%-Status (Erfahrungswert)
Nach Angaben spezialisierter Berater sind monatliche Steuererklärungen Pflicht, auch für Monate ohne Einkommen, und wer die Umsatzgrenze zwei Jahre in Folge überschreitet, verliert den Small-Business-Status. Die Registrierung selbst ist günstig: Staatsgebühr 60 GEL (Standard) oder 110 GEL (am selben Tag), Dienstleister nehmen meist rund 350 GEL oder etwa 220 USD plus Steuer. Diese Angaben stammen aus Anbieterquellen, nicht aus einem Amtstext, und können sich ändern.
Wo Georgiens 0%-Versprechen enger ist, als es klingt
Georgien besteuert Privatpersonen territorial: Wer dort steueransässig ist, zahlt keine Steuer auf Einkommen ohne georgische Quelle. Der Standard-Einkommensteuersatz von 20% gilt nur auf georgische Einkünfte. Das klingt zunächst wie Paraguay. Der Haken steckt in der Definition von „Auslandsquelle“.
Arbeit, die du physisch in Georgien verrichtest, gilt in der Regel als georgische Quelle, auch wenn dein Kunde und dein Bankkonto im Ausland sitzen. Für einen Remote Worker, der die meiste Zeit in Tbilisi am Laptop sitzt, ist dieses Einkommen also potenziell georgisch und mit 20% steuerbar, nicht mit 0%. Echt passives Auslandseinkommen (ausländische Dividenden, Zinsen, Kapitalgewinne, Mieten) bleibt dagegen meist außerhalb der georgischen Bemessung. Das ist die häufigste Falle für alle, die annehmen, in Georgien sei „alles im Ausland Verdiente steuerfrei“.
Paraguays Territorialprinzip ist in der Botschaft breiter und einfacher: Auslandseinkommen bei 0%, lokale Einkommen bis maximal 10%. Aber auch hier gilt der ehrliche Zusatz, den wir überall machen: Die Residency allein macht dich nicht automatisch steuerfrei, und dein Herkunftsland wendet eigene Wegzugsregeln an. Welches System für dich günstiger ist, hängt stark davon ab, ob du aktiv arbeitest oder von passivem Vermögen lebst, und wo du dich physisch aufhältst.
Der Weg hinein: visafreies Jahr vs. eine Reise nach Asunción
Hier gehen die Modelle grundsätzlich auseinander. In Georgien brauchst du für den bloßen Aufenthalt oft gar keinen Aufenthaltstitel: Bürger aus über 90 Staaten, darunter alle EU-Länder, dürfen bis zu 365 Tage visafrei einreisen und bleiben. Das ist der häufigste Weg, wie Westler in Georgien leben, ohne je einen Antrag zu stellen. Wichtig ist aber: Diese visafreien Tage zählen NICHT für die permanente Residency. Nur Zeit auf einem echten Aufenthaltstitel zählt.
Wer in Georgien einen Aufenthaltstitel will, hat mehrere amtliche Routen: die Immobilienroute (historisch ab 100.000 USD Immobilienwert, siehe Hinweis unten), eine größere Investitionsroute (berichtet ab 300.000 USD für einen 5-Jahres-Titel) oder einen Arbeits- bzw. Unternehmer-Titel. Die Immobilien- und Investitionsrouten sind amtliche Fakten des jeweiligen Landes; sie sind nicht Teil unseres Angebots, wir nennen sie hier nur zur Einordnung.
Paraguay funktioniert anders: Es gibt keinen visafreien Dauerstatus, sondern von Anfang an ein echtes Residency-Verfahren. Du reist einmal für etwa eine Woche nach Asunción, die Antragstellung ist persönlich und vor Ort verpflichtend, und die Staatsgebühr für die allgemeine Route liegt bei rund 2.926.925 Gs. (etwa 350 EUR). Dafür beginnt bei dir ab Tag eins die Uhr für einen dauerhaften Status zu laufen, während visafreie Tage in Georgien für die Permanenz wertlos sind.
Stand und Volatilität: Georgiens Immobilienschwelle
Die georgische Immobilien-Route für einen Aufenthaltstitel liegt aktuell bei 100.000 USD Immobilienwert und steigt zum 1. März 2026 auf 150.000 USD (plus 50% aus Gesetzesänderungen von Juni 2025). Bestehende Inhaber können unter den alten Regeln weiter verlängern, solange sie die Immobilie halten. Wenn du diese Route recherchierst, prüfe immer das aktuelle Datum, weil die Schwelle sich gerade bewegt.
Der große georgische Umbau ab März 2026: Arbeitsgenehmigung
Ein Punkt, den ältere Georgien-Ratgeber oft noch nicht enthalten und der ehrlich dazugehört: Zum 1. März 2026 führt Georgien ein verpflichtendes Arbeitsgenehmigungssystem ein. Einreiseerlaubnis und Arbeitserlaubnis werden getrennte Anforderungen. Die meisten Ausländer, ausdrücklich auch Angestellte, Selbständige, registrierte Einzelunternehmer und Remote Worker, brauchen künftig eine staatliche Genehmigung, bevor sie in Georgien arbeiten oder ein Geschäft betreiben.
Praktisch heißt das für die berühmte 1%-Einzelunternehmer-Route nach Angaben georgischer Kanzleien: Es braucht künftig eine „Right to Labour/Entrepreneurial Activity“-Genehmigung, ein D1-Immigrationsvisum oder einen Arbeits-Aufenthaltstitel sowie verpflichtende Video-Interviews. Wer bis zum 1. März 2026 bereits im Arbeitsmigrationssystem ist, hat bis zum 1. Januar 2027 Zeit, sich anzupassen. Verstöße werden ab 2.000 GEL (rund 740 USD) geahndet. Das visafreie 365-Tage-Fenster selbst bleibt, aber das Arbeiten darunter braucht künftig diese separate Genehmigung.
Das ist kein Argument gegen Georgien, aber es beendet die frühere Einfachheit („online Einzelunternehmer registrieren und einfach loslegen“). Wenn du Georgien mit Paraguay vergleichst, vergleiche den Georgien-Stand nach März 2026, nicht den davor. Diese Angaben stammen aus Kanzlei-Berichten und sind als jung und beweglich einzuordnen.
Permanenz und Staatsbürgerschaft: Paraguays klarer Vorteil
Hier liegt Paraguays stärkstes Argument. In Paraguay führt der Weg von der temporären Residency nach rund zwei Jahren in die permanente Residency mit einer 10 Jahre gültigen Karte (unter dem Migrationsgesetz Ley 6984/2022). Die paraguayische Staatsbürgerschaft ist verfassungsrechtlich nach drei Jahren Radicación möglich, in der Gerichtspraxis dauert es mit Warteschlange realistisch eher sechs bis sieben Jahre und mehr, mit einem Prüfungstest zu Geschichte, Geografie und Verfassung (auf Spanisch oder Guaraní).
Georgien ist auf diesem Feld deutlich langsamer geworden. Die permanente (unbefristete) Residency setzt inzwischen zehn Jahre durchgehende legale Aufenthaltszeit auf Aufenthaltstiteln voraus, nicht sechs Jahre. Diese Frist wurde bereits zum 12. Mai 2021 von sechs auf zehn Jahre angehoben. Viele Anbieter-Blogs nennen weiterhin fälschlich „sechs Jahre“, das ist überholt. Nur die berichtete 300.000-USD-Investitionsroute kann unbefristeten Status schneller, in rund fünf Jahren, ermöglichen. Die georgische Einbürgerung gilt zudem als lang, ermessensabhängig und in der Praxis schwierig.
Wer also einen echten, planbaren Pfad zu dauerhaftem Status und perspektivisch zum Pass sucht, ist mit Paraguay strukturell besser bedient. Wer dagegen nur ein paar Jahre günstig und flexibel leben will, ohne Ambition auf einen zweiten Pass, für den ist Georgiens langsamer Permanenz-Pfad kein echter Nachteil.
Amtlich vs. Erfahrungswert
Paraguays 3-Jahres-Frist zur Staatsbürgerschaft steht so in der Verfassung (amtlich). Die realistischen sechs bis sieben Jahre plus sind ein Erfahrungswert aus der Gerichtspraxis mit typischer Warteschlange von 12 bis 24 Monaten (berichtet). Georgiens 10-Jahres-Regel für die Permanenz ist amtlich seit Mai 2021; die weit verbreiteten „sechs Jahre“ beschreiben die alte Rechtslage vor 2021.
CRS und Banking: der entscheidende Kompromiss
Beim automatischen Informationsaustausch (CRS) trennen sich die Wege am klarsten. Georgien ist bereits CRS-aktiv: Es trat dem CRS-Abkommen am 9. November 2022 bei, der erste automatische Austausch fand im September 2024 statt (Meldejahr 2023). Die Zahl der Austauschpartner wächst, berichtet rund 44 Partner im Jahr 2025. Für einen deutschen oder österreichischen Wohnsitzstaat heißt das: Georgische Kontodaten können bereits automatisch bei der heimischen Steuerbehörde landen.
Paraguay dagegen ist derzeit non-CRS und hat den ersten Austausch erst für 2027 zugesagt. Das ist das einzige, aber gewichtigste Datenschutz- und Meldeargument zugunsten Paraguays: ein echtes, wenn auch zeitlich begrenztes Fenster ohne automatischen Austausch. Wer dieses Fenster nutzt, sollte sein Banking trotzdem so aufstellen, dass es auch nach 2027 mit Informationsaustausch sauber funktioniert. Alles andere ist eine Momentaufnahme.
Beim Banking dreht sich das Bild zugunsten Georgiens. Bank of Georgia und TBC decken zusammen rund 80% des Markts ab, beide sind an der Londoner Börse notiert und haben westliche institutionelle Anteilseigner. Sie sind SWIFT-angebunden und für Ausländer relativ offen, auch wenn die Kontoeröffnung seit 2025 spürbar strenger geworden ist (Herkunftsnachweise, Geschäftssubstanz, Länderrisiko werden geprüft). Paraguays Bankensektor ist im Vergleich weniger entwickelt, und für ein Konto ist die Cédula praktisch Pflicht. Wer Wert auf ein gut angebundenes, westlich eingebettetes Bankkonto legt, hat in Georgien den leichteren Stand.
Steueransässigkeit: 183 Tage, HNWI-Route und Paraguays Cédula-Weg
Beide Länder stellen eine Ansässigkeitsbescheinigung aus, aber die Voraussetzungen sind verschieden. In Georgien bist du regulär steueransässig, wenn du dich 183 Tage oder mehr in einem beliebigen zusammenhängenden 12-Monats-Zeitraum physisch im Land aufhältst. Die Bescheinigung stellt die Revenue Service (rs.ge) über das Steuerkonto aus, berichtet innerhalb von rund 20 Werktagen und gebührenfrei. Anders als in Paraguay braucht es dafür keine nationale ID-Karte.
Georgien hat zusätzlich eine Besonderheit für Vermögende: die HNWI-Route (High Net Worth Individual). Auf gesetzlicher Grundlage (Erlass Nr. 60 des Finanzministeriums) kannst du georgischer Steuerresident werden, ohne einen einzigen Tag im Land zu verbringen. Voraussetzung ist ein hohes Vermögen oder Einkommen (globales Vermögen ab 3.000.000 GEL oder Jahreseinkommen ab 200.000 GEL in jedem der letzten drei Jahre) plus ein georgischer Anknüpfungspunkt. Das Zertifikat muss jährlich erneuert werden. Für Paraguay gibt es keine vergleichbare Null-Tage-Route.
Paraguays Ansässigkeitsbescheinigung (Tax Residency Certificate, über die Steuerbehörde DNIT) setzt eine Cédula voraus plus nachweisbare Präsenz (Faustregel rund 120 Tage) oder deinen Lebensmittelpunkt in Paraguay. Der Weg ist also an die Residency gekoppelt, während Georgien die 183-Tage-Bescheinigung oder die HNWI-Route auch ohne nationalen Ausweis erlaubt. Für die konkrete steuerliche Ausgestaltung gehört in beiden Fällen eine spezialisierte Beratung dazu.
Die direkte Gegenüberstellung
Alle Kernpunkte im Überblick. Die Georgien-Werte stützen sich auf amtliche Quellen sowie PwC, OECD und spezialisierte Kanzleien, die Paraguay-Werte auf die Primärquellen der Migrationsbehörde. Alle verlinkten Belege findest du unten:
| Kriterium | Paraguay | Georgien |
|---|---|---|
| Steuersystem | Territorial; lokales Einkommen max. 10%; 10% Körperschaft; 8% Kapitalgewinn | Territorial-orientiert; 20% flach auf georgische Quelle; 15% Körperschaft (Estland-Modell, Steuer erst bei Ausschüttung) |
| 0% auf Auslandseinkommen | Ja, breit; Auslandseinkommen bei 0% | Ja, aber eng: Arbeit physisch in Georgien gilt als georgische Quelle (20%); nur echt passives Auslandseinkommen bleibt außen vor |
| Berühmter Steuer-Anker | Breites Territorial-0% plus echte Permanenz-Karte | 1% Umsatzsteuer für Einzelunternehmer bis 500.000 GEL (rund 180.000 USD) |
| Mindestpräsenz zum Halten | Keine feste Mindestpräsenz; aber max. 365 Tage Abwesenheit am Stück für den Wechsel zur Permanenz | Keine, um visafrei da zu sein (bis 365 Tage); Aufenthaltstitel brauchen Verlängerungen |
| CRS-Status | Non-CRS; erster Austausch erst für 2027 zugesagt | Bereits CRS-aktiv; erster Austausch September 2024 (Meldejahr 2023) |
| Weg zur Permanenz | Rund 2 Jahre temporär, dann permanent (10-Jahres-Karte) | 10 Jahre auf Aufenthaltstiteln (seit Mai 2021, vorher 6); ca. 5 Jahre über 300.000-USD-Investition (berichtet) |
| Staatsbürgerschaft | Verfassung: nach 3 Jahren Permanenz; real 6-7+ Jahre, Gerichtsverfahren, Prüfung | Lang, ermessensabhängig, Sprach- und Geschichtsprüfung; in der Praxis schwierig |
| Kosten Einstieg | Eine kurze Reise, Staatsgebühr rund 2.926.925 Gs. (ca. 350 EUR) | Visafrei kostenlos; Immobilienroute ab 100.000 USD (ab 1.3.2026: 150.000 USD); oder 300.000 USD Investition |
| Banking | Lokal, weniger entwickelt; Cédula praktisch Pflicht | Bank of Georgia und TBC: LSE-notiert, westlich mitfinanziert, relativ offen, SWIFT; seit 2025 strengere Prüfung |
| Sprache | Spanisch (global breit nutzbar) | Georgisch (eigene Schrift); Englisch im Banking und Expat-Umfeld verbreitet |
| Entfernung zu Westeuropa | Weit (Südamerika, Langstrecke) | Nah (Kaukasus, rund 3 bis 4 Stunden Flug von EU-Drehkreuzen) |
| Regulatorisches Risiko 2026 | Abwesenheitsregel 2026 verschärft, sonst stabil einwanderungsfreundlich | Verpflichtende Arbeitsgenehmigung ab 1.3.2026 (D1-Visum, Video-Interview), auch für Einzelunternehmer und Remote Worker |
Fazit: Für wen passt was?
Ehrliches Fazit ohne Sieger-Erzählung: Georgien ist top für Freelancer und Selbständige, die aktiv verdienen und die 1%-Umsatzsteuer nutzen können, die ein einfaches, westlich eingebettetes Banking und die Nähe zu Westeuropa schätzen und für die das visafreie Jahr ein bequemer Einstieg ist. Wer nur ein paar Jahre günstig und flexibel leben will, ohne Pass-Ambition, findet in Georgien einen sehr komfortablen Rahmen.
Paraguay ist die stärkere Wahl, wenn du einen echten Permanenz- und Staatsbürgerschaftspfad willst statt nur eines befristeten Aufenthalts, wenn dir der non-CRS-Status bis 2027 wichtig ist und wenn dich das breitere, einfacher kommunizierte Territorial-0% überzeugt. Die Kehrseite gehört klar dazu: Paraguay liegt weit weg, die Amtssprache ist Spanisch, und die Infrastruktur inklusive Banking ist weniger entwickelt als in Georgien.
Kurz: Georgien optimiert laufende Steuer und Bequemlichkeit, Paraguay optimiert Dauerhaftigkeit, Meldefreiheit auf Zeit und einen Pfad zum Pass. Beides sind legitime Ziele, und die richtige Antwort hängt von deiner Einkommensart, deinem Zeithorizont und deiner Toleranz für Entfernung und Sprache ab. Unser Angebot betrifft ausschließlich den Paraguay-Weg (Pakete zwischen 1.890 und 2.690 EUR als Endpreis); für die steuerliche Detailplanung, gerade wenn Georgien im Rennen ist, verweisen wir bewusst an spezialisierte Steuerberatung.
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Häufige Fragen dazu
Paraguay oder Georgien: Was ist besser für Freelancer?
Für reine Freelancer, die aktiv verdienen, ist Georgien meist besser: 1% Umsatzsteuer als Einzelunternehmer bis 500.000 GEL (rund 180.000 USD) Jahresumsatz ist ein Spitzensatz, den Paraguay nicht bietet. Ehrlich dazu gehört aber: Ab 1. März 2026 braucht das Arbeiten in Georgien eine separate Arbeitsgenehmigung, und Arbeit, die du physisch in Georgien leistest, gilt als georgische Quelle. Paraguay punktet dafür mit non-CRS bis 2027 und einem echten Weg zu permanentem Status.
Ist Georgien wegen CRS ein Problem im Vergleich zu Paraguay?
Es kommt auf deine Priorität an. Georgien tauscht seit September 2024 automatisch Kontodaten aus (CRS, Meldejahr 2023), berichtet mit rund 44 Partnern 2025. Paraguay ist derzeit non-CRS und startet erst 2027. Wenn ein möglichst später Eintritt in den automatischen Informationsaustausch für dich zählt, hat Paraguay hier noch ein echtes Zeitfenster, Georgien nicht mehr. Plane dein Banking trotzdem so, dass es auch mit Austausch sauber ist.
Wo bekomme ich leichter ein Bankkonto, in Paraguay oder Georgien?
Tendenziell in Georgien. Bank of Georgia und TBC sind an der Londoner Börse notiert, westlich mitfinanziert, SWIFT-angebunden und für Ausländer relativ offen, auch wenn die Prüfung seit 2025 strenger geworden ist. In Paraguay ist der Sektor weniger entwickelt, und für ein Konto ist die Cédula praktisch Pflicht. Dafür gehört die Cédula in Paraguay von Anfang an zum Residency-Weg.
Wie schnell komme ich zur dauerhaften Ansässigkeit, in Paraguay oder Georgien?
In Paraguay deutlich schneller: rund zwei Jahre temporäre Residency, dann permanent mit einer 10-Jahres-Karte. Georgien verlangt für die unbefristete Residency inzwischen zehn Jahre auf Aufenthaltstiteln (seit Mai 2021, vorher sechs), nur die berichtete 300.000-USD-Investitionsroute verkürzt das auf rund fünf Jahre. Wichtig: In Georgien zählen visafreie Tage nicht für die Permanenz, nur Zeit auf einem echten Titel.
Ist das Einkommen aus dem Ausland in Georgien wirklich steuerfrei?
Nur teilweise. Georgien besteuert territorial, aber „Auslandsquelle“ ist technisch eng definiert: Arbeit, die du physisch in Georgien verrichtest, gilt meist als georgische Quelle und wird mit 20% besteuert, auch wenn Kunde und Konto im Ausland sind. Echt passives Auslandseinkommen (Dividenden, Zinsen, Mieten) bleibt in der Regel außen vor. Paraguays Territorial-0% ist in der Botschaft breiter. Für deine konkrete Lage gehört eine spezialisierte Steuerberatung dazu.
Quellen
- Georgien: Territoriale Besteuerung und Einkommensteuer (PwC Tax Summaries)
- Georgien: Steueransässigkeit und 183-Tage-Regel (PwC Tax Summaries)
- OECD/Bloomberg: Georgien tritt CRS-Abkommen bei, erster Austausch 2024
- Georgien: Arbeitsgenehmigungs-Reform ab 1. März 2026 (Kanzlei legal.ge)
- Georgien: 10-Jahres-Regel für permanente Residency seit Mai 2021 (residencepermits.ge)
- Georgien: Immobilienschwelle steigt zum 1.3.2026 auf 150.000 USD (IMI Daily)
- Paraguay: Residencia Temporal, amtliche Gebühren und Anforderungen (DNM)
- Paraguay: Ley 6984/2022 de Migraciones (Volltext, BACN)
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