Ratgeber / Regeln & Ablauf
Paraguay Residency 2026: Voraussetzungen und Ablauf von temporär zu permanent
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Als Deutscher, Österreicher oder Schweizer bekommst du die Paraguay Residency 2026 in zwei Stufen: zuerst die temporäre Residency für bis zu 2 Jahre, danach im Fenster zwischen Monat 21 und 24 den Wechsel in die permanente Residency, deren Karte 10 Jahre gilt. Du brauchst dafür im Kern einen gültigen Reisepass, eine apostillierte Geburtsurkunde, ein apostilliertes Führungszeugnis, zwei in Paraguay ausgestellte Zertifikate (Interpol und Nationalpolizei) sowie eine persönliche Reise nach Asunción. Die Staatsgebühr für die temporäre Residency beträgt 2.926.925 Gs., umgerechnet rund 350 EUR.
Rechtsgrundlage ist das Migrationsgesetz Ley 6984/2022. Es hat die frühere direkte permanente Residency abgeschafft, ebenso den alten Weg über eine Bankeinlage von 5.000 USD. Viele deutschsprachige Seiten beschreiben bis heute diese alte Rechtslage. Dieser Ratgeber folgt ausschließlich den amtlichen Vorgaben der Migrationsbehörde DNM (Dirección Nacional de Migraciones), Stand Juli 2026, und verlinkt jede zentrale Zahl mit der Primärquelle.
Auf dieser Seite findest du die komplette amtliche Dokumentenliste, alle Staatsgebühren in Guaraníes und Euro, die Antwort auf die Frage nach der persönlichen Anwesenheit und einen Ausblick auf die zwei wichtigsten Regeländerungen 2026: die Solvenz-Resolution 407/2026 und die 365-Tage-Regel.
Wer kann die Residency beantragen und brauchst du ein Visum?
Deutsche, Österreicher und Schweizer reisen visafrei nach Paraguay ein und dürfen als Touristen bis zu 90 Tage bleiben. Grundlage sind bilaterale Abkommen (Deutschland 1962, Österreich 1969, Schweiz 1964), die in der amtlichen Visa-Tabelle der DNM vom Januar 2026 aufgeführt sind. Eine einmalige Verlängerung um weitere 90 Tage (Prórroga de Permanencia) ist möglich, kostet 557.510 Gs. (rund 65 EUR) und lässt sich online beantragen.
Die Residency selbst steht grundsätzlich allen Nationalitäten offen. Für Bürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt die allgemeine Route nach Ley 6984/2022, die dieser Artikel beschreibt. Staatsangehörige der Mercosur-Länder nutzen eine eigene, leicht abweichende Route (mehr dazu weiter unten).
Einreisen kannst du praktisch sofort: Es gibt keine Wartefrist und keine Mindestaufenthaltsdauer vor der Antragstellung. Entscheidend ist, dass deine Dokumente aus dem Herkunftsland bei der Einreichung vollständig, apostilliert und ins Spanische übersetzt sind.
Amtliche Visa-Tabelle vs. Praxis
In der DNM-Visa-Tabelle steht für Deutschland und Österreich formal „Visum erforderlich“, wenn der Zweck Aufenthalt oder Erwerbstätigkeit ist; die Schweiz ist ausdrücklich auch dafür befreit. In der Verwaltungspraxis verlangen die Residency-Seiten der DNM das Visum nur „sofern erforderlich“, und Jahr für Jahr stellen tausende visafrei eingereiste Ausländer erfolgreich ihren Antrag: Allein von Januar bis September 2025 hat Paraguay laut DNM-Leitung einen Rekord von über 33.000 Residencies erteilt. Wir nennen dir die Tabelle trotzdem, damit du die formale Lage kennst; eine Garantie, dass die Regel nie angewendet wird, kann dir niemand seriös geben.
Wie funktioniert das zweistufige System seit Ley 6984/2022?
Seit Ley 6984/2022 führt der Weg immer über zwei Stufen. Stufe 1 ist die temporäre Residency: Sie gilt bis zu 2 Jahre und ist auf der allgemeinen Route einmalig um denselben Zeitraum verlängerbar. Stufe 2 ist der Kategoriewechsel (cambio de categoría) in die permanente Residency: Der Status ist dann unbefristet, die Karte wird alle 10 Jahre erneuert.
Für den Kategoriewechsel gilt ein hartes Zeitfenster: Du kannst ihn frühestens 90 Tage vor Ablauf deiner temporären Karte beantragen, also ab Monat 21. Nach Ablauf der Karte bleibt eine Nachfrist von 30 Tagen, dann allerdings mit einer Verspätungsstrafe von 702.462 Gs. (rund 85 EUR). Die DNM hat in einer eigenen Mitteilung vom Oktober 2025 ausdrücklich an diese Fristen erinnert.
Beim Kategoriewechsel verlangt die DNM neben deinen paraguayischen Ausweisdokumenten vier frische Zertifikate aus Paraguay (Polizei-Antecedentes, Führungszeugnis der Nationalpolizei, Justiz-Zertifikat des Poder Judicial und Interpol) sowie erstmals einen Nachweis wirtschaftlicher Solvenz nach den 12 Kategorien der Resolution 407/2026. Bis zur Entscheidung über einen laufenden Antrag giltst du übrigens als „residente precario“: Du darfst aus- und einreisen, arbeiten und studieren.
Amtliche Regel: Fenster verpasst, Status verloren
Wer das Fenster von 90 Tagen vor bis 30 Tagen nach Ablauf der temporären Karte verstreichen lässt, verliert laut DNM den Status als temporärer Resident. Dann bleiben nur noch Verlängerungs- oder Neustart-Routen. Trag dir Monat 21 nach Erteilung der temporären Residency als festen Termin ein.
Welche Dokumente brauchst du für die temporäre Residency?
Die folgende Liste ist die vollständige amtliche Dokumentenliste der DNM für die temporäre Residency auf der allgemeinen Route (Stand Juli 2026):
- Gültiger Reisepass oder nationales Ausweisdokument, Original plus beglaubigte Kopie
- Visum, Original plus beglaubigte Kopie, nur „sofern erforderlich“ (siehe Hinweis zur Visa-Tabelle oben)
- Einreisenachweis: Einreisestempel im Pass oder Boleta Migratoria
- Geburtsurkunde, apostilliert
- Nachweis des Familienstands, falls zutreffend: Heiratsurkunde, Scheidungsurteil oder Sterbeurkunde des Ehepartners, apostilliert
- Führungszeugnis bzw. Strafregisterbescheinigung aus dem Herkunftsland oder dem Wohnsitzland der letzten 3 Jahre, apostilliert; erforderlich erst ab 14 Jahren
- Interpol-Zertifikat, wird in Paraguay ausgestellt, ab 14 Jahren
- Zertifikat der paraguayischen Nationalpolizei, ab 14 Jahren
- Eidesstattliche Erklärung Nr. 1 im DNM-System: Verpflichtung, Verfassung und Gesetze Paraguays zu respektieren
- Eidesstattliche Erklärung Nr. 2 im DNM-System: Erklärung über die geplante Tätigkeit bzw. Beschäftigung und den Wohnsitz in Paraguay
Was ist mit Vermögensnachweis und Übersetzungen?
Der wichtigste Punkt, den fast alle veralteten Anleitungen falsch darstellen: Die amtliche Dokumentenliste für die temporäre Residency enthält keinerlei Bankeinlage und keinen Nachweis wirtschaftlicher Solvenz. An diese Stelle tritt die eidesstattliche Erklärung über deine geplante Tätigkeit. Der Solvenznachweis kommt erst beim Kategoriewechsel zur permanenten Residency ins Spiel, dann nach den 12 Kategorien der Resolution 407/2026.
Für die Form gilt: Dokumente mit Apostille nach dem Haager Übereinkommen werden ohne weitere Legalisation akzeptiert. Alle fremdsprachigen Dokumente brauchen eine Übersetzung ins Spanische. Plane für Führungszeugnis, Geburtsurkunde und Apostillen aus dem Herkunftsland realistisch 4 bis 8 Wochen ein und achte darauf, dass die Unterlagen bei Einreichung noch frisch sind; abgelaufene Führungszeugnisse gehören nach Praxisberichten zu den häufigsten Ablehnungsgründen am Schalter.
Die zwei Zertifikate aus Paraguay besorgst du direkt vor Ort: Das Interpol-Zertifikat stellt die Interpol-Abteilung der Nationalpolizei in Asunción aus, amtlich in etwa 24 bis 48 Stunden; es ist nur in Paraguay erhältlich, online geht es nicht. Das Zertifikat der Nationalpolizei für Ausländer ohne Cédula wird nach Praxisberichten in rund 24 Stunden ausgestellt und kostet etwa 63.000 Gs., also unter 10 EUR. Beide Zertifikate sind einer der Gründe, warum die Antragsreise nach Asunción unvermeidbar ist.
Was kostet die Residency an amtlichen Gebühren?
Alle zentralen Gebühren sind auf den Seiten der DNM veröffentlicht. Hier die amtlichen Beträge in Guaraníes mit grober Euro-Umrechnung (gerundet, Stand Juli 2026; der Guaraní-Kurs schwankt):
| Posten | Amtliche Gebühr | Umgerechnet ca. |
|---|---|---|
| Temporäre Residency (allgemeine Route) | 2.926.925 Gs. | 350 EUR |
| Temporäre Residency (Mercosur-Route) | 2.341.540 Gs. | 280 EUR |
| Permanente Residency (Kategoriewechsel) | 2.926.925 Gs. | 350 EUR |
| Certificado de Radicación | 234.154 Gs. | 30 EUR |
| Verspätungsstrafe (Nachfrist bis 30 Tage) | 702.462 Gs. | 85 EUR |
| Interpol-Zertifikat (seit 01.07.2026) | 117.077 Gs. | 14 EUR |
| Prórroga (Verlängerung Touristenaufenthalt) | 557.510 Gs. | 65 EUR |
Amtliche Gebühr vs. Anbieterpreis
Verwechsle die Staatsgebühr nicht mit Komplettpreisen: Wenn Blogs von 5,5 bis 6 Millionen Gs. für die Residency schreiben, stecken darin bereits Dienstleisterhonorare. Die amtliche Gebühr bleibt 2.926.925 Gs. Wer selbst organisiert, kommt inklusive Übersetzungen und Nebenkosten auf grob 500 EUR, braucht dafür aber Spanisch und mehrere Behördengänge in Asunción. Begleitete Pakete wie unsere liegen bei 1.890 bis 2.690 EUR als Endpreis inklusive aller Behördengebühren und der Cédula. Eine Detailrechnung findest du im Kosten-Artikel.
Musst du persönlich in Asunción erscheinen?
Ja. Die DNM bezeichnet das Verfahren auf ihrer amtlichen Seite ausdrücklich als „trámite personal y presencial“, also als persönliches Verfahren mit Anwesenheitspflicht. Das gilt für jede Person im Antrag, auch für Kinder. Lediglich die Nachverfolgung eines bereits eingereichten Antrags kann ein rechtlicher Vertreter übernehmen.
Dazu kommt die Praxis: Das Interpol-Zertifikat gibt es nur vor Ort in Asunción, und die spätere Cédula darf laut Nationalpolizei ausschließlich vom Inhaber persönlich abgeholt werden. Ein komplett ferngesteuertes Verfahren ist damit schon technisch ausgeschlossen. Realistisch reicht für die Antragstellung eine Reise von etwa einer Woche, wenn alle Dokumente aus dem Herkunftsland fertig vorbereitet sind: Interpol- und Polizeizertifikat entstehen innerhalb weniger Tage, die Einreichung bei der DNM ist mit vollständigem Dossier an einem Tag machbar.
Amtliche Regel vs. Remote-Versprechen
Anbieter, die dir eine Residency „komplett aus der Ferne, ohne Reise“ versprechen, versprechen etwas, das der amtlichen Verfahrensbeschreibung der Migrationsbehörde direkt widerspricht. Das ist eines der verlässlichsten Warnsignale bei der Anbieterwahl.
Mercosur-Route oder allgemeine Route: welcher Weg gilt für dich?
Paraguay kennt zwei Verfahren. Die Mercosur-Route steht Staatsangehörigen von Argentinien, Brasilien, Uruguay, Bolivien, Chile, Peru, Kolumbien und Ecuador offen. Als Deutscher, Österreicher oder Schweizer läufst du automatisch über die allgemeine Route nach Ley 6984/2022.
Die Unterschiede im Überblick: Auf der Mercosur-Route ist die temporäre Residency nicht verlängerbar, die Gebühr ist niedriger (2.341.540 Gs. statt 2.926.925 Gs.), das Interpol-Zertifikat entfällt, und es kommt eine eidesstattliche Erklärung hinzu, international nicht vorbestraft zu sein. Seit Resolution 407/2026 gelten beim Wechsel in die permanente Residency allerdings für beide Routen dieselben 12 Solvenz-Kategorien.
Für dich als DACH-Bürger heißt das konkret: Interpol-Zertifikat ja, etwas höhere Gebühr, dafür die Option, die temporäre Stufe einmal zu verlängern, falls du das Fenster zum Kategoriewechsel nicht nutzen kannst oder willst.
Was ändert sich 2026: Resolution 407/2026 und die 365-Tage-Regel
Zwei Neuerungen solltest du von Anfang an mitdenken, weil sie über deinen späteren Kategoriewechsel entscheiden. Erstens die Solvenz-Regel: Die DNM hat am 25. Juni 2026 die Resolution 407/2026 erlassen, die für Anträge ab dem 6. Juli 2026 gilt. Sie vereinheitlicht den Nachweis wirtschaftlicher Solvenz in 12 Kategorien, von Angestellten über Selbständige und Remote Worker bis zu Rentnern, und verlangt den Nachweis tatsächlich erzielter Einkünfte, die zur erklärten Tätigkeit passen. Ein Diplom allein reicht nicht mehr. Selbständige brauchen einen RUC mit einigen Monaten Steuerhistorie, weshalb du die Steuernummer nicht erst kurz vor dem Permanent-Antrag angehen solltest.
Zweitens die Anwesenheit: Nach Artikel 55 des Ley 6984/2022 wird die temporäre Residency annulliert, wenn du dem Land mehr als 1 Jahr ununterbrochen und ohne genehmigten Grund fernbleibst; für permanente Residents liegt die Grenze bei 3 Jahren. Seit dem 1. Januar 2026 prüft die DNM diese Abwesenheiten beim Kategoriewechsel anhand deiner Ein- und Ausreisedaten. Wie der Stichtag im Detail berechnet wird, ist amtlich nicht abschließend geklärt; auf der sicheren Seite bist du mit mindestens einer Einreise innerhalb jedes 12-Monats-Zeitraums. Die DNM hat im April 2026 öffentlich an diese Annullierungsgründe erinnert.
Beide Themen haben eigene Detail-Artikel mit den amtlichen Texten und allen Kategorien; du findest sie unten unter „Weiterlesen“.
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Häufige Fragen dazu
Welche Dokumente brauche ich, um nach Paraguay einzuwandern?
Aus dem Herkunftsland: gültiger Reisepass, apostillierte Geburtsurkunde, apostilliertes Führungszeugnis bzw. Strafregisterbescheinigung (ab 14 Jahren) und je nach Familienstand die Heiratsurkunde, alles mit spanischer Übersetzung. In Paraguay kommen das Interpol-Zertifikat, das Zertifikat der Nationalpolizei und zwei eidesstattliche Erklärungen im System der Migrationsbehörde dazu. Einen Vermögensnachweis verlangt die temporäre Residency nicht.
Wie beantrage ich die Daueraufenthaltsgenehmigung in Paraguay?
Seit Ley 6984/2022 in zwei Stufen: Zuerst beantragst du persönlich in Asunción die temporäre Residency (bis zu 2 Jahre gültig). Frühestens 90 Tage vor Ablauf der temporären Karte, also ab Monat 21, stellst du den Antrag auf Kategoriewechsel zur permanenten Residency, mit vier frischen paraguayischen Zertifikaten und einem Solvenznachweis nach Resolution 407/2026. Die permanente Karte gilt dann 10 Jahre, der Status ist unbefristet.
Muss ich persönlich in Asunción erscheinen oder geht das auch aus der Ferne?
Du musst persönlich erscheinen. Die Migrationsbehörde beschreibt das Verfahren amtlich als „trámite personal y presencial“, und das Interpol-Zertifikat gibt es nur vor Ort in Paraguay. Mit vorbereiteten Dokumenten reicht dafür eine Reise von etwa einer Woche. Nur die Nachverfolgung eines bereits eingereichten Antrags kann ein Vertreter übernehmen.
Brauche ich ein Visum, um nach Paraguay einzureisen?
Als Deutscher, Österreicher oder Schweizer reist du visafrei ein und darfst 90 Tage bleiben, einmalig um weitere 90 Tage verlängerbar. Die amtliche Visa-Tabelle sieht für Deutsche und Österreicher formal ein Visum vor, wenn der Zweck der Aufenthalt ist; in der Praxis stellen jedes Jahr tausende visafrei Eingereiste erfolgreich ihren Residency-Antrag. Die Schweiz ist auch formal ausdrücklich befreit.
Stimmt das mit den 5000 US$ immer noch, die man benötigt, um in Paraguay ein permanentes Visum zu bekommen?
Nein. Die direkte permanente Residency per Bankeinlage wurde mit dem Migrationsgesetz Ley 6984/2022 abgeschafft. Heute gilt der zweistufige Weg: erst rund 2 Jahre temporäre Residency ohne Vermögensnachweis, dann der Kategoriewechsel mit Solvenznachweis nach den 12 Kategorien der Resolution 407/2026. Wer dir heute noch die Einzahlungs-Route verkauft, arbeitet mit veralteten Informationen.
Quellen
- DNM: Residencia Temporal (amtliche Anforderungen und Gebühren)
- DNM: Kategoriewechsel zur permanenten Residency
- DNM: Erinnerung an die Fristen des Kategoriewechsels (Okt. 2025)
- Ley 6984/2022 de Migraciones, Volltext (BACN)
- DNM: Visa-Abkommen-Tabelle, Ausgabe Januar 2026 (PDF)
- DNM: Residencia Temporaria Mercosur
- DNM: Mitteilung zur neuen Solvenz-Regelung (Resolution 407/2026)
- ABC Color: Neue Interpol-Zertifikat-Gebühr ab Juli 2026
Änderungsprotokoll
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